Das landesweite Städtenetzwerk STADTKULTUR und der Kunstverein Ingolstadt präsentieren in einem Katalog erstmalig einen Einblick in das Gesamtwerk der eigenwilligen Textilkünstlerin Merve. Die Publikation mit Werkverzeichnis stellt die Arbeiten aus den Jahren 1981 bis 2014 vor und verortet sie kunstwissenschaftlich.

Merves Werk ist der niederbayerischen Landschaft und den Steinbrüchen in Manching und Kelheim eng verbunden. Ihre Themen sind Tod, Vergänglichkeit und das Leben der Menschen im Steinbruch. Obwohl steinerne Orte für ihr Schaffen so wichtig sind, arbeitet sie selbst mit Stoffen und Tüchern, die sie monatelang eingräbt, bis sie die erdige Farbe des Steinbruches annehmen. Sie wickelt Arbeitsgeräte – wie Gefäße und Schaufeln – aber auch Bäume und Holzbündel in die Tücher ein und ordnet sie in Kompositionen an. Die Ausstellungsorte wählt sie mit größter Sorgfalt aus, darunter sind der Bibliotheksraum im Alten Schloss von Herrenchiemsee, das Museum Minoritenkirche in Regensburg oder das Kloster Weltenburg.

Die 1945 in Neustadt a.d. Donau geborene Künstlerin bewegt sich mit ihren Arbeiten in den Grenzbereichen zwischen textiler Skulptur, Ritual und Installation. „Bisher gibt es wenig Rezeption von Merves Werk, da sie sich vehement dem Kunstbetrieb entzogen hat. Dabei ist ihr Schaffen in seiner spezifischen Prägung überregional bedeutsam und vermag wichtige Impulse zu geben“, erklärt Dr. Christine Fuchs, Chefin von STADTKULTUR und Herausgeberin.

Bayernweites Festival „Gewebe. Textile Projekte“

Der Katalog ist im Nachklang zum bayernweiten Kunstprojekt „Gewebe. Textile Projekte“ von STADTKULTUR entstanden, das 2016 in 20 bayerischen Städten stattfand. 183 Künstler*innen, Kulturschaffende und Wissenschaftler*innen beteiligten sich an 90 Veranstaltungen – mit hochkarätigen Ausstellungen zur Textilen Kunst, Vorträgen über die Geschichte der Textilproduktion vor Ort sowie über Nachhaltigkeit in der Mode und Workshops. Damit griff das Festival den aktuellen Trend der Auseinandersetzung mit gewebtem Material in der internationalen zeitgenössischen Kunst auf.

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