Der feierliche Auftakt des STADTKULTUR-Festivals kunst&gesund am 12. April 2018 in Bad Kissingen lockte trotz schönen Wetters 300 Gäste in den prachtvollen Regentenbau. Mit der Uraufführung des Stücks „Wasser. Das sensible Chaos“ wurde das Thema des Festivals tosend rauschend aber auch leise tropfend eingeleitet.

 

Kay Blankenburg, Oberbürgermeister von Bad Kissingen, zeigte sich begeistert von der Veranstaltung, ist doch die Kurstadt mit den beiden tragenden Säulen Gesundheit und Kunst geradezu prädestiniert für die Eröffnung des bayernweiten Festivals kunst&gesund. Doch auch andere Städte sollten sich dem Thema annehmen, denn „Kunst bringt erheblichen gesellschaftlichen Mehrwert und wirkt Stress entgegen“, so der Coburger Oberbürgermeister und Vorsitzender von STADTKULTUR Norbert Tessmer. Nicht nur die Definition von Kunst müsse hinterfragt werden, gab Dr. Joachim Galuska, Vorsitzender der Geschäftsführung der Heiligenfeld-Kliniken, in seiner Key-Note zu bedenken. Auch ein moderner Gesundheitsbegriff der Gesundheitskompetenz und Resilienz, für den die kulturellen Faktoren entscheidend sind, ist notwendig für eine „Gesundheitskultur“.

Was leisten die Künste für unsere Gesundheit?

Dr. Christine Fuchs, Leiterin von STADTKULTUR, stellte drei Aspekte der Wechselwirkung zwischen Kunst und Gesundheit heraus. Erstens bearbeiten Künstlerinnen und Künstler in ihren Werken Krankheiten, Verletzungen, gesellschaftliche Traumata, Umweltzerstörung, Krieg und Leiden. In diesen Bearbeitungen liegen Heilungsimpulse. Zweitens haben die künstlerischen Disziplinen an sich gesundheitsfördernde Wirkungen auf den Körper sowie auf das Gehirn und drittens beschäftigen sich die Künste mit der Frage nach den Gesundheitsvorstellungen unserer Zeit.

Die Auftragsarbeit „Wasser. Das sensible Chaos“, die passend zu kunst&gesund und gezielt für Bad Kissingen entwickelt wurde, führte das an der künstlerischen Erforschung des Themas Wasser vor. Die Butoh-Tänzerin Minako Seki und der Komponist und Cellist Willem Schulz machten mit ihrem Ensemble die vielfältigen Erscheinungsformen des Wassers erlebbar: das Tropfen, Fließen, Strömen, Wirbeln. Gleichzeitig setzte sich die Performance jedoch auch mit der Gewalt des Wassers sowie seiner Verschmutzung und Zerstörung auseinander. Es wurde offensichtlich: Nur eine Beschäftigung mit allen Komponenten kann eine gesundende Wirkung sowohl auf das Wasser selbst als auch auf den Menschen ausüben.

Bayernweites Festival kunst&gesund

Unter dem Titel kunst&gesund veranstaltet STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V. vom 12. April - 30. Juni 2018 gemeinsam mit 21 bayerischen Städten ein Kunstfestival mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und Theateraufführungen.

Insgesamt werden 106 Veranstaltungen mit 185 Künstler*innen im Rahmen von kunst&gesund stattfinden, denen allen die gleiche Intention zu Grunde liegt: Die Frage nach der Gesundheit aus der Perspektive der Kunst zu stellen, also den Gesundheitsbegriff künstlerisch zu hinterfragen und die Bedeutung der Künste für die Gesundheit zum Thema zu machen. Mit diesem Projekt soll eine breite gesellschaftliche Diskussion angestoßen werden, um gesundheits- und kunstfördernde Wirkungen zu entfalten.

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