Im Rahmen der Tagung „Kultur konkret begründen“ von STADTKULTUR Netzwerk Bayerischer Städte e.V. am 6./7. Juli 2020 in Würzburg sprachen sich knapp 30 Kulturabteilungsleiter*innen für eine Stärkung der Kulturarbeit nach der Krise aus und stellten neue Formate vor, um das kulturelle Leben vor Ort erhalten zu können.

„Eine Milliarde Euro für die Kultur im neuen Konjunkturpaket des Bundes sind ein Beleg dafür, dass ihre Relevanz erkannt wird. An den Kommunen selbst wird es jetzt liegen, Kultur vor Ort auch nach Corona zu ermöglichen“, sagt Dr. Christine Fuchs, Leiterin von STADTKULTUR. „Kunst und Kultur bilden das gesellschaftliche Fundament unseres Zusammenlebens. Ihre Vielfältigkeit muss auch nach der Krise erhalten bleiben, in den Städten ebenso wie im ländlichen Raum."

Sicherung der kulturellen Infrastruktur am Beispiel Würzburg und Bobingen

Achim Könneke, Kulturreferent von Würzburg und Vorstandsmitglied des Vereins STADTKULTUR, stellte im Rahmen der Tagung Würzburger Strategien, Maßnahmen und Projekte vor, mit denen die Stadt in Corona-Zeiten unter Einbindung der Stadt- und Landespolitik sowohl Künstler*innen pragmatisch unterstützt, die kulturelle Infrastruktur zumindest teilabsichert und trotz radikaler Veranstaltungseinschränkungen kurzfristig verschiedene neue Festivalformate umgesetzt hat. Es sei gerade in Krisenzeiten eine herausgehobene Verantwortung der kommunalen Kulturabteilungen „nicht gut gemeint für, sondern zusammen mit den Kultureinrichtungen und Gruppen vor Ort für deren Nöte und sehr unterschiedlichen Strukturen differenzierte Hilfsmaßnahmen zu entwickeln,“ so Könneke. Neben Sonderprogrammen seien Mietstundungen und Mieterlass ebenso wichtig wie der Verzicht auf Rückforderungen von öffentlichen Zuschüssen. Dies wurde in Würzburg erreicht, in dem der Stadtrat pauschal bei allen Förderungen den neuen Zweck "Erhaltung der kulturellen Vielfalt und Infrastruktur" beschlossen habe. Es sei absehbar, dass nur über ein Bündel von Maßnahmen des Bundes, des Freistaates aber auch der jeweiligen Kommunen, die für die Lebensqualität in den Städten extrem wichtigen kulturellen Einrichtungen gerettet werden können.

Dass in Zeiten von klammen Kassen, die Relevanz von Kultur in Stadtrat und Verwaltung sowie Presse und Öffentlichkeit gut kommuniziert werden muss, führte Elisabeth Morhard, Kulturamtsleiterin von Bobingen und ebenfalls Vorstandsmitglied von STADTKULTUR, vor. Bereits 2012 musste sie ihre Abteilung vor Einsparungswünschen verteidigen, in ihrem Tagungsbeitrag erklärte sie, warum ein qualitativ hochwertiges Kulturleben eine „Imagekampagne“ für die Stadt ist. „Die Kommune macht dadurch in großem Rahmen Öffentlichkeitsarbeit zum Wohle der Stadt, verhindert die Abwanderung und erhöht die Identifikation der Bewohner*innen mit ihrer Heimat – eine positive Bilanz, die sich nur schwer in Geldwerten beziffern lässt.“

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